Denkwürdiges Spiel in Frohburg

beitrag_spielbericht_2015_frohburg_spiel14Delitzsch @ Frohburg: 76:80
Sonntag, 15.02.2015

In jeder Sportart gibt es diese Spiele an die man sich noch lange Zeit erinnert. Das Auswärtsspiel der Piraten in Frohburg war so eins. Zu fünft begonnen, zu viert beendet. Aber der Reihe nach: Zu den vielen verletzten Ballpiraten legte ausgerechnet an diesem Wochenende noch zusätzlich eine Grippewelle einige Spieler flach.

Nachdem kurzfristig noch der ein oder andere abgesagt hatte sah man sich mit nur 5 spielfähigen Piraten Sonntag Mittag zur längsten Auswärtsreise der Saison starten. Faschingsnachwirkungen bei einem einzelnem Spieler waren somit das kleinere Übel. Die Stimmung war bei manchen dadurch, sagen wir es mal, suboptimal, bei manchen kam dann aber sowas wie eine “Jetzt erst Recht” Mentälität auf.

Dank Fuchser verging die Stunde Fahrt wir im Flug, kurzfristig dachte man sogar noch darüber nach etwas Sprit für die Fahrt zu tanken, entschied sich aber dann doch dagegen.

In Frohburg angekommen fehlten bis fast kurz vor Anpfiff noch 2 Piraten, quasi die Hälfte der Mannschaft, so dass an eine gemeinsame Erwärmung nicht wirklich zu denken war. Ob der Anblick von 3 Piraten die 11 Frohburger schon jetzt beeinflußte ist nicht überliefert.

Delitzsch übernahm jetzt einfach die Rolle eines bewährten Klassikers und wollte als Hafenband Frohburg zumindest etwas ärgern. Das von Coach Dirk Fuchs ausgegebene Ziel unter diesen Umständen war: “…unter 100…”. Damit war die Frohburger Punktausbeute gemeint.

Der Start war vielversprechend für die Piraten, man merkte irgendwie das trotzdem etwas drin war heute wenn denn die Kondition und die Fouls ausreichen. Der zweite Punkt sollte irgendwie der Stolperstein werden. Ärgerlich war, dass Delitzsch’s einziger Center Henry Gasch Mitte des 1. Viertels schon 2 Fouls hatte. Als er dann kurz vor Ende des 1. Viertels Foul Nummer 3 und 4 bekam, kam etwas Frust und Unverständnis bei den Piraten auf. Einerseits wäre etwas Fingerspitzengefühl bei 1 oder 2 Pfiffen nicht verkehrt gewesen, anderseits waren 1 oder 2 Fouls etwas ungestüm vom Center aus Delitzsch im Hinblick der nicht vorhandenen Auswechselspieler.

Fazit nach dem 1. Viertel: 5 Spieler, einer mit 4 Fouls und 9 Punkte Rückstand (13:22).

Im 2. Viertel bewirkte dies aber irgendwie einen positiven Effekt bei den Ballpiraten. Man war jetzt drin im Spiel, konnte Akzente setzen und Daniel Elsners Dreier in der 17. Minute verkürzte den Rückstand auf drei Punkte (26:29).

Dann pfiff der Schiri wieder Foul. Leidtragender: Henry Gasch, 5. Foul. Ok, dieses Foul war eins aus der Kategorie Frustfoul. Schlecht war nur dass keine Wechselspieler auf der leeren Piratenbank saßen. Somit waren die Ballpiraten gezwungen zu viert weiterzuspielen.

Jeder in der Halle dachte wohl jetzt dass es einseitig werden würde aber die Piraten hatten dann doch andere Pläne. Sie spielten jetzt befreit und vor allem als Team auf und nutzten ihre eigentlich nicht vorhandene Chance.

Zugegeben, für Frohburg war es bestimmt auch ein undankbares Spiel, bei 5 gegen 4 kann es vielleicht schon mal passieren dass man im Kopf abschaltet. Zugute kam den Piraten, dass Frohburg taktisch nicht so glücklich agierte, es wurde keine Presse gespielt und keiner der  4 Piratenspieler wurde gedoppelt. So entwickelte sich das Spiel unerwartet zu einer “engen Kiste”.

Die 4 Piraten drehten jetzt förmlich auf, machten die Zone eng, ließen Frohburg von außen werfen (als Team 0 Dreier) und trafen plötzlich selbst spektakuläre Körbe von außen (als Team 10 Dreier), teilweise 1-2 Meter hinter der Dreierlinie. Stephan Pertzsch (5 Dreier) und Denny Holm (4 Dreier) liefen heiß. Dazu machte Daniel Elsner einen super Job als Centerersatz unter dem Korb und Sebastian Klinder zog ein ums andere Mal mit Herz erfolgreich zum Korb.
Würde man Vergleiche zu einem Comic ziehen, wäre wohl “Fantastic Four” ganz treffend.

Verdammt zum Zuschauen feuerte Henry Gasch zusammen mit Coach Dirk Fuchs und Nachwuchsspieler Alois Voigt die tapferen Freibeuter von der Bank aus an. Die ungläubigen Gesichter der Frohburger und die unerwartet eigene Stärke schweißten jetzt zusammen.

Zur Halbzeit lag man nur mit drei hinten (34:37), 2 Dreier von Stephan Pertzsch brachten in der 24. Minute sogar wieder die Führung (46:44). Jetzt übernahm Denny Holm, erzielte 10 Punkte in Folge, sein Dreier kurz vor Ende des Viertels brachte den 56:56 Ausgleich in einem sehr unterhaltsamen Viertel, wenn man neutral oder Piratenfan ist. Mit 60:60 ging es ins letzte Viertel.

Nachdem die Führung in den ersten 2 Minuten hin und her wechselte, setzte sich Frohburg jetzt doch etwas ab. Die 4 Piraten mußten jetzt den 11 Frohburgern konditionell doch etwas Tribut zollen, trotzdem war man noch in Schlagdistanz. Kurz vor Ende (39. Minute) führte Frohburg mit 8 (80:72), 4 von 4 Freiwürfen von Sebastian Klinder und Denny Holm brachte Delitzsch nochmal ran (76:80).

Dann Ballverlust Frohburg und Stephan Pertzsch hatte die Chance den Rückstand weiter zu verkürzen, er zog zum Korb, Körperkontakt war da aber diesmal blieb der Pfiff aus und die letzte Chance war vertan. Ein Dreier wäre als Option vielleicht an diesem Nachmittag die bessere Wahl gewesen.

Somit bleib es beim 76:80 und einer riesen Erleichterung bei den Frohburger Spielern, die ein angenehmer Gastgeber waren und bestimmt auch noch nicht so ein Spiel erlebt hatten. Die Piraten gehen erhobenen Hauptes aus dem Spiel heraus, die knappe Niederlage fühlte sich sogar fast wie ein Sieg an und macht Lust und Hoffnung auf mehr.

Auf Frohburger Seite erzielte Robert Bechler 25 Punkte.

Die Fantastic Four der Delitzscher Hafenband:  Denny Holm (24 Punkte, 4 Dreier), Stephan Pertzsch (22 Punkte, 5 Dreier), Daniel Elsner (19 Punkte, 1 Dreier) sowie Sebastian Klinder (11 Punkte).

Foulbedingt zum Zuschauen verdammt konnte Henry Gasch nicht weiter mitwirken, er heizte aber die super Stimmung der Delitzscher “Bank” an.

Das nächste Spiel der Piraten findet am Dienstag den 24.02. 19:45 Uhr in Schkeuditz statt und bei Auswärtsspielen der Piraten kann alles passieren…